Stéphanie Baumewerd

7 Mai 2013

Künstlerausbildung als grenzüberschreitendes Phänomen. Die Beobachtung, Aneignung und Transformation französischer Lehrmodelle im deutschsprachigen Raum 1793-1870
Betreut durch: Prof. Dr. Bénédicte Savoy
stephanie.baumewerd@tu-berlin.de

Projekt

Das 19. Jahrhundert wird in Handbüchern stets als Jahrhundert der Nationalismen beschrieben, und tatsachlich verfestigt sich zu diesem Zeitpunkt in der Kunstgeschichte die Idee der nationalen Schulen. Doch diese Kategorien stehen nicht nur im Widerspruch zu der historischen Wirklichkeit, sondern auch – in Bezug auf die künstlerische Praxis – zu der internationalen Mobilität der Künstler. Interessiert man sich besonders für die Formen und Bedingungen der Künstlerausbildung in Europa in der ersten Hälfte des 19. Jh., so wird die Unhaltbarkeit dieser einseitigen Kategorie der „nationalen Schule“ deutlich und es treten die vielschichtigen Netzwerke zu Tage, die zum Beispiel bestimmte Lehrateliers und Akademien in verschiedenen Städten Europas zu grenzüberschreitenden internationalen Anziehungspunkten für Künstler werden ließen. Gerade zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird deutlich, wie die im revolutionären Frankreich erfolgten Reformen der Künstlerausbildungspraxis, wie die innovative Lehrformate und Methoden der „Franzosen“ zum Beobachtungsgegenstand für das Ausland wurden, ganz besonders für Deutschland. Parallel dazu weist die internationale Mobilität junger Künstler (auch hier gerade deutscher Kunstschüler), auf die steigende Attraktivität mancher Standorte (ab ca. 1800 löst Paris Rom als Welthauptstadt ab). Das Dissertationsprojekt nimmt sich vor, aus deutscher Perspektive und anhand konkreter Quellen (Presseberichte, Reisebeschreibungen, Erfahrungsberichte junger Maler, Reglements und Statuten von Kunstakademien und Malerschulen etc.) Formen und Folgen der Beobachtung, Aneignung und Transformation französischer Lehrmodelle im Bereich der Künstlerausbildung zu identifizieren und zu analysieren. Damit soll ein Beitrag zu einer transnationalen Neubewertung der Kunstgeschichte und -produktion im 19. Jh. geleistet werden.

Lebenslauf

Ausbildung

  • 2004-2007 Studium der Kunstgeschichte und Romanistik an der Ruhr Universität Bochum (Bachelor of Arts)
  • 2008-2011 Studium der Kunstwissenschaft und Kunsttechnologie an der Technischen Universität Berlin (Master of Arts), Thema der Abschlussarbeit: Das Atelier von Karl Wilhelm Wach. Das Beispiel eines (erfolgreichen) kunstpädagogischen Transfers 1820-1845 bei Prof. Dr. Bénédicte Savoy
  • Seit 2013 Promotion

Berufserfahrung

  • 2007-2008 Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege im Referat Kultur der Stadt Gelsenkirchen, Schloß Horst
  • Seit 2010 freie Mitarbeit am DFG/ANR-Projekt ArtTransForm: Transnationale Künstlerausbildung zwischen Frankreich und Deutschland 1789-1870
  • 2010-2013 studentische Hilfskraft und wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Dr. Bénédicte Savoy

Publikationen

  • Philippe de Chennevières: Die Provinzmuseen (1865), in: Museumsgeschichte, Kommentierte Quellentexte 1750-1950, hrsg. von Kristina Kratz-Kessemeier, Andrea Meyer und Bénédicte Savoy, Berlin: Reimer Verlag, 2010.
S. 49-50.
  • Étienne La Font de Saint-Yenne: Überlegungen zu einigen Ursachen für den gegenwärtigen Zustand der Malerei In Frankreich (1747), in: ebd.
S. 65-66.
  • Paul Philippe Cret: Theorien der Museumsplanung (1934), in: ebd. S. 152-153.
  • Frederik Schmidt-Degener: Kunstwerke zur Geltung bringen (1934). Das Kunstmuseum in Amerika (1948), in: ebd.
S. 161-163.
  • „Constantin Johann Franz Cretius“, in: Pariser Lehrjahre, Ein Lexikon zur Ausbildung deutscher Maler in der französischen Hauptstadt. Bd. I: 1793–1843, hrsg. von France Nerlich und Bénédicte Savoy, München: De Gruyter, 2012, S. 48-50.
  • „Julius Jacob d.Ä.“, in: ebd. S. 126-128.
  • „Heinrich Krigar“, in: ebd. S. 160-161.
  • „Simon Meister“, in: ebd. S. 197-200.
  • „Louis Ferdinand von Rayski“, in ebd. S. 235-237.
  • „Karl Schorn“, in ebd. S. 263-264.
  • „Karl Wilhelm Wach“, in ebd. S. 298-300.
  • Eintrag zu „Julius Jacob (d.Ä./1811)“, in: Allgemeines Künstlerlexikon, Band LXXVII, München: De Gruyter, 2013, S. 58.
  • Rezension von: Dorit Kluge: Kritik als Spiegel der Kunst. Die Kunstreflexionen des La Font de Saint-Yenne im Kontext der Entstehung der Kunstkritik im 18. Jahrhundert, Weimar: VDG 2009, in: sehepunkte 11 (2011), Nr. 6 [15.06.2011], URL: <http://www.sehepunkte.de/2011/06/19017.html> und in KUNSTFORM 12 (2011), Nr. 6, URL: <http://www.arthistoricum.net/kunstform/rezension/ausgabe/2011/6/19017/>
  • Tagungsbericht: Transnationale Museumsgeschichte 1750-1940 (TU Berlin, 17. – 18.02.2012). AHF-Information. 2012, Nr.077 URL: http://www.ahf-muenchen.de/Tagungsberichte/Berichte/pdf/2012/077-12.pdf
  • Tagungsbericht: Transnationale Museumsgeschichte 1750-1940 (TU Berlin, 17. – 18.02.2012). In: H-ArtHist, 30.01.2013. <http://arthist.net/reviews/4609>.

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