Lukas Fuchsgruber

7 Mai 2013

Die Gründung des Auktionshauses Hôtel Drouot 1852 in Paris. Ein neuer Raum für die Auseinandersetzung um die Werte von Kunst
Betreut durch: Prof. Dr. Bénédicte Savoy (Technische Universität Berlin)
lukas@fuchsgruber.de

Projekt

1852 eröffnete in Paris das neu errichtete Auktionshaus Hôtel Drouot. Hier wickelte die Gesellschaft der Versteigerer Verkäufe von Kunstwerken, Möbeln, Kunsthandwerk, Mode und Kuriositäten ab. Diese Gesellschaft hielt seit 1801 ein rechtlich festgesetztes Monopol auf öffentliche Versteigerungen, welches erst im Jahr 2000 aufgelöst wurde. Mit Gründung des Hôtel Drouot konzentrierten sich nicht nur die Versteigerungen an einen zentralen Ort, sondern gleichzeitig wird mit diesem repräsentativen Gebäude einer Veränderung in der Rolle der Versteigerer entsprochen. Diese weiteten im Verlauf der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowohl ihre Zuständigkeit aus, wie auch insgesamt ihre gesellschaftliche Bedeutung zunahm. Deutlich wird das besonders am Handel mit Kunstwerken, nun fanden groß inszenierte Sammlungsversteigerungen und Versteigerungen von zeitgenössischer Kunst statt. Dieser sich verändernde Auktionshandel mit Kunst erfuhr eine intensive und auch grenzübergreifende Rezeption.

Die große Bedeutung, die das Hôtel Drouot gleich ab seiner Gründung für die Kunstwelt besaß, begründet sich in den Veränderungen innerhalb dieser um 1850, die auf das engste mit dem Auktionshandel verknüpft sind. Es wandelte sich die Arbeitsweise der Kunstexperten von kennerschaftlichen zu wissenschaftlichen Prinzipien, die Künstler orientierten sich hin zu realistischer und später impressionistischer Malweise und das Bürgertum gewann stark an Einfluss auf dem Kunstmarkt. Sowohl auf Seite der Experten, wie auf Seite der Künstler und auf Seite der Konsumenten vollzogen sich somit wichtige Veränderungen. Durch das Monopol des Hôtel Drouot und dadurch dass Paris zu dieser Zeit ein zentraler Bezugspunkt für die europäische Kunstwelt war, bildeten sich die europaweiten Veränderungen zentral am Hôtel Drouot ab. Das Hôtel Drouot war damit von Kunsthandelsseite das zentrale Gegenstück zur akademischen Wertinstanz des Pariser Salons. Die mit der Gründung einhergehende Verdichtung der Auseinandersetzung um den ideelen und finanziellen Wert von Kunst ermöglicht eine genaue historische Analyse dieser und stellt den Fokus der geplanten Untersuchung dar.

Lebenslauf

Ausbildung

  • 2012 Abschluss Master Kunstwissenschaft und Kunsttechnologie an der Technischen Universität Berlin, Masterarbeit: Otto Mündler (1811-1870) in Paris

Berufserfahrung

  • Seit November 2011 freier Mitarbeiter im Projekt ArtTransForm, das ein zweibändiges Lexikon zu Ausbildungsreisen junger deutscher Maler nach Paris im 19. Jahrhundert veröffentlicht

Publikationen

  • Faure, (Jean-Victor) Louis. In Savoy/Nerlich (Hrsg.) : Pariser Lehrjahre. Ein Lexikon zur Ausbildung deutscher Maler in der französischen Hauptstadt. Bd. I: 1793-1843. De Gruyter 2013

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