Lucas Hardt

29 Mai 2013

Der Algerienkrieg (1954-1962) in Ostfrankreich. Auswirkungen des Kolonialkonflikts auf algerische Migranten im lothringischen Grenzgebiet Betreut durch: Prof. Dr. Lutz Raphael (Universität Trier) und Prof. Dr. Raphaёlle Branche (Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne)
HARDT@cmb.hu-berlin.de

Projekt

Das Dissertationsprojekt befasst sich mit Auswirkungen des Algerienkriegs (1954-1962) auf algerische Migranten in den französischen Départements Moselle und Meurthe-et-Moselle. Diese Départements stellten in den 1950er Jahren eines der wichtigsten Anlaufgebiete algerischer Migranten in der Metropole dar. Bei den Veränderungen, die der Krieg in der Region für algerische Migranten mit sich brachte, spielten die beiden konkurrierenden algerischen Untergrundorganisationen F.L.N. und M.N.A. eine entscheidende Rolle. Sie übten einen hohen Druck auf zahlreiche Algerier aus, ihre jeweiligen Verhaltensregeln zu befolgen und einen regelmäßigen Beitrag an sie zu zahlen. Es kam hinzu, dass algerische Migranten im Verlauf des Krieges in zunehmendem Maße zur Zielscheibe einer stigmatisierenden Medienberichterstattung sowie ausgiebiger Polizeikontrollen und Repressionen von unterschiedlichen Seiten wurden. Vor allem in der Endphase des Kriegs kam es in Lothringen vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Algeriern und Soldaten der französischen Armee, die zuvor in Algerien gedient hatten. Diesbezüglich werden verschiedenen Formen der Gewalt, aber auch der Stigmatisierung und Kategorisierung untersucht, die mit dem Algerienkrieg in Verbindung stehen. Neben den Veränderungen der Haltung der genannten Akteure gegenüber algerischen Migranten während des Algerienkriegs soll auch der Wandel der sozialen Verhältnisse algerischer Migranten in den Jahren 1954-1962 untersucht werden. Schließlich wird auch der Funktion der nahe gelegenen Grenzen Belgiens, Luxemburgs und der Bundesrepublik eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Diese Grenzen wurden während des Kriegs von Algeriern häufig als Fluchtmöglichkeit oder für Waffen- und Geldschmuggel genutzt, was die bilateralen Beziehungen Frankreichs zu den Nachbarstaaten zeitweise einer Belastungsprobe unterzog. Insofern wird diese regional angelegte Studie auch den Blick für die internationale Dimension des algerischen Befreiungskriegs öffnen.

Lebenslauf

Ausbildung

  • Seit 1.10.2012 Stipendiat des Centre Marc Bloch
  • 15.5.2012 – 15.9.2012 Resident Fellow des Deutschen Historischen Institut Paris
  • 1.12.2011 – 30.4.2012 Stipendiat des Deutschen Historischen Institut Paris
  • 1.9.2011 – 31.11.2011 Wissenschaftliche Hilfskraft mit Abschluss im Sonderforschungsbereich 600 an der Universität Trier
  • 11.7.2011 Abschluss des Magisterstudiums der Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Trier

Publikationen

Rezensionen

  • Fabian Klose, Menschenrechte im Schatten kolonialer Gewalt. Die Dekolonisierungskriege in Kenia und Algerien 1945 – 1962, München 2009. In: Francia-Recensio 2012/2, 19./20. Jahrhundert – Histoire contemporaine..
  • Germaine Tillion, Les ennemis complémentaires. Guerre d’Algérie. Préface par Jean Daniel, Paris 2005. In : Francia-Recensio 2012/4 | 19./20. Jahrhundert – Histoire contemporaine.

Tagungsbericht

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