Forschungsprogramm

Das Forschungsprogramm des Deutsch-Französischen Doktorandenkollegs „Unterschiede denken II: Struktur – Ordnung – Kommunikation“ will die Aufmerksamkeit auf Prozesse der Klassifikation, der Differenzierung und der Konstruktion von Unterschieden lenken. Unter dem Rubrum „Unterschiede denken“ hat sich das Kolleg bislang bereits mit derartigen Prozessen von Klassifikationen, Differenzierungen und Konstruktionen beschäftigt. „Unterschiede denken II“ greift dies auf und erweitert die Agenda in zweifacher Hinsicht: Das Kolleg thematisiert zum einen in seiner dritten Phase verstärkt die Konstruktionen Europas und der europäischen Gesellschaften in ihren Wechselbeziehungen zur außereuropäischen Welt, was neue Einsichten in konvergierende oder konkurrierende Vorstellungen von Strukturen, Ordnungen und Kommunikation eröffnet. Zum anderen verspricht der intensivierte Dialog zwischen Geschichts- und Sozialwissenschaften neue Erkenntnisse hinsichtlich disziplinärer Traditionen und epistemischer Systeme, die obendrein in deutsche und französische, gegebenenfalls auch andere nationale  Referenzsysteme einzuordnen sind.

Eine ausführliche Darstellung des Forschungsprogramms des Kollegs finden Sie hier.

Im Rahmen dieses Forschungsprogramms möchte das Kolleg Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern einen interkulturellen, binationalen und bilingualen Ansatz der strukturierten Doktorandenausbildung eröffnen, der es ihnen darüber hinaus erlaubt, ihre Forschungen in den wissenschaftlichen Netzwerken von zwei der wichtigsten europäischen Hochschulstandorte durchzuführen. Pädagogisch liegt der Schwerpunkt des Kollegs auf der Vermittlung von vergleichenden Ansätzen und der histoire croisée sowie auf der interdisziplinären Verknüpfung mehrerer Fächer: von der Geschichte und Kunstgeschichte über die Literatur- bis zu den Sozialwissenschaften, wobei die unterschiedlichen (auch nationalen) Traditionen dieser Fächer berücksichtigt werden. Die wichtigste Innovation gegenüber den beiden früheren Arbeitsphasen liegt in der erheblich intensivierten Zusammenarbeit mit Ethnologen, Anthropologen, Geografen, Soziologen, Rechtswissenschaftlern und Politikwissenschaftlern, während die bewährte Kooperation mit der Kunstgeschichte fortgeführt wird. Historisch situieren sich die Forschungsgegenstände der teilnehmenden Doktorandinnen und Doktoranden auf einer breiten Achse, die vom Mittelalter bis zur Gegenwart reicht.